qpc-10 - Quantity Process Computer

Autor: T. Falk

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Der qpc-10 ist ein Rechner mit umgekehrt polnischer Notation zum Rechnen mit einheitenbehafteten Größen. So ergibt z.B. die Eingabe

10V[enter]2mA[enter]/

das Ergebnis

5kOhm

Neben elektrischen Einheiten kennt der Rechner auch physikalische und mechanische wie z.B. Pferdestärken (hp). Neben der Ausgabe in den gebräuchlichen SI-Einheiten mit Größenvorsätzen ist auch eine Ausgabe in den grundlegenden Einheiten (s, m, kg, A, K, cd, mol) möglich. Einige Naturkonstanten (z.B.  $ \varepsilon_0$, $ \mu{}_0$) sind ebenfalls verwendbar.

Von diesem Rechner ist leider nicht viel mehr bekannt, als daß ein Exemplar an der TU Dresden im Institut für Grundlagen der Elektrotechnik verwendet wurde. Dieses Gerät scheint ein Prototyp zu sein, da das Gehäuse aus Kunststoff ausgefräst wurde und auch der sonstige Aufbau nach einer Einzelanfertigung aussieht.

Eine Spur dieses Rechners findet sich in der Zeitschrift "Computerwoche" vom 6.4.1984: Auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1984 wurde der qpc wahrscheinlich in einer weiter- oder zu Ende entwickelten Version unter der Bezeichnung qpc-2 vorgestellt:

'' DDR-Mikroelektronik auf der Leipziger Frühjahrsmesse stark vertreten
...
Besondere Beachtung beim Fachpublikum fand der Größenrechner qpc-2 (Quantity Process Computer) aus dem Kombinat Mikroelektronik. Wie es heißt, handelt es sich hierbei um einen wissenschaftlich-technischen Kleinstrechner, der parallel zu den üblichen Operationen mit Zahlen völlig selbständig und ohne jede Vorbereitung ebenso Operationen mit Maßeinheiten in beliebiger Weise ausführen kann. Nach weiteren Informationen kennt der qpc-2 mehr als 100 ''elementare'' Maßeinheiten, die untereinander in beliebiger Weise in Form eines Potenzproduktes verkettbar sind, und die weiterhin mit einem beliebigen Dezimalvorsatz oder mit einem Exponenten versehen werden können.

Der Kleinstrechner kennt und verarbeitet Einheiten sämtlicher Größen, die beliebig aus Zeichen eines standardisierten Vorrates an Einheiten- und Dezimalvorsatz-Zeichen gebildet sind. Er generiert selbständig Einheiten zu ermittelnder Ergebnisgrößen und unterstützt dabei Einheiten des Internationalen Einheitssystems. Weiterhin ermöglicht er eine beliebige Umrechnung zwischen Einheiten, beziehungsweise die Ausgabe von Größen mit bestimmten als Parameter vorgegebenen Einheiten. Neben diesem Rechner-Grundsystem gibt es noch zwei weitere Systemvarianten. Sie alle basieren auf der 8-Bit-CPU U 880 D, sind mit alphanumerischer Tastatur und Anzeige versehen und verfügen über einen Zusatzspeicher. Wie hervorgehoben wurde, gibt es bisher noch keinen Rechner dieser Art in anderen Ländern. Daher sind in zahlreichen westlichen Industrieländern beispielsweise in den USA und in der Bundesrepublik, Patente angemeldet und erteilt worden.
...''
Dieser Rechner ist auch heute noch beachtenswert, dem Autor ist kein Rechner oder auch nur ein Computerprogramm bekannt, das ähnlich elegant und natürlich mit Einheiten umgeht.

Falls Sie über diesen Rechner oder seine Weiterentwicklung mehr wissen, setzen Sie sich bitte mit Thomas Falk in Verbindung. Anmerkung: Mittlerweile gab es neue Informationen zur Geschichte dieses Rechners. Sie sind auf der Seite Spuren einer Entwicklung zu finden.